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vietnam: momentum und wachstum, gewürzt mit

Vietnam: Momentum und Wachstum, gewürzt mit einer Prise Diversifikation

Vietnams Wirtschaft glänzt mit hohen Wachstumszahlen. Internationale Aktieninvestoren können von dieser Dynamik profitieren und gleichzeitig ihr Portfolio diversifizieren. Früheinsteiger nutzen zudem das Chancenpotenzial des angestrebten Aufstiegs des Landes zum Emerging Market.

Der Begriff Doi Moi (Erneuerung) prägt Vietnams Wirtschaft seit nunmehr 40 Jahren. 1986 startete die Kommunistische Partei Vietnams unter diesem Namen einen Reformprozess, der seitdem das Land aus der Planwirtschaft in Richtung Marktwirtschaft führt und für enormes Wirtschaftswachstum sorgt. Für 2026 rechnet der Internationale Währungsfonds mit einem Zuwachs von 7,1 Prozent.

Starke Wachstumstreiber

Die Dynamik der Wirtschaft basiert auf mehren Pfeilern, die auch mittelfristig für Stabilität und Wachstum sorgen dürften – und damit ein ideales Umfeld für Aktieninvestoren schaffen. Erstens liefert ein robustes makroökonomisches Umfeld mit einer vergleichsweise niedrigen Verschuldung und soliden privaten Haushalten eine exzellente Basis für eine steigende Konsum- und Kreditnachfrage. Hinzu kommt positive Demographie mit einer jungen Bevölkerung mit einem Durchschnittsalter von 33 Jahren.

Ein zweiter zentraler Wachstumstreiber ist der Produktionssektor: Vietnam profitiert davon, dass internationale Unternehmen ihre globalen Lieferketten neu aufstellen. „Sie schätzen das Land als attraktiven Fertigungsstandort für Produkte mit einer höheren Wertschöpfung. Ausländische Direktinvestitionen erreichten zuletzt neue Höchststände“, sagt Mario Timpanaro, Portfoliomanager des Lumen Vietnam Fund von AQUIS Capital.

Zwei weitere Wachstumsmotoren sind der konsequente Ausbau der Infrastruktur und der wachsende Binnenkonsum. Steigende Einkommen, Urbanisierung und eine wachsende Mittelschicht treiben die Nachfrage im Inland und ergänzen die exportorientierte Wirtschaft.

Geringe Korrelationen, attraktive Bewertungen und Aufstiegschance

Die strukturellen Stärken des Landes bieten eine gute Grundlage für einen wachsenden Aktienmarkt mit hoher Gewinndynamik und steigenden Kursen. Aufgrund seiner relativ geringen Korrelation zu den Aktienmärkten der Industrieländer aber auch vieler Emerging Markets bieten vietnamesische Aktien eine interessante Ergänzung im globalen Anlegerportfolio.

Trotz dieser positiven Fundamentaldaten bleiben die Bewertungen am vietnamesischen Aktienmarkt weiterhin attraktiv. „In den Risikoprämien spiegelt sich nach wie vor eine gewisse Zurückhaltung internationaler Investoren wider und das langfristige Wachstumspotenzial des Landes wird noch nicht vollständig berücksichtigt“, erläutert Timpanaro.

Von Indexanbietern wird Vietnam bislang noch als Frontier Market eingestuft. Das dürfte sich demnächst ändern. Im September will FTSE Russell beginnen, Vietnam in seinen Emerging Markets Index zu integrieren. MSCI ist noch zögerlich, doch auch hier ist in den kommenden Jahren mit einem Upgrade zum Schwellenland zu rechnen. Solche Heraufstufungen erhöhen meist das Anlegerinteresse und können zusätzliche Kapitalflüsse auslösen.

Marktvolatilität bietet Einstiegschancen

Das Risiko eines Investments wird zudem häufig überschätzt. Tatsächlich hat der Markt in der Vergangenheit eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Schocks gezeigt. Zwar kann sich auch der vietnamesische Aktienmarkt in globalen Krisenphasen der Marktvolatilität nicht entziehen. Er hat sich jedoch häufig schneller erholt als viele andere Schwellenländer.

„Kurzfristige externe Schocks – wie auch aktuell – können Volatilität verursachen. Sie ändern jedoch nichts an den langfristigen Fundamentaldaten. Genau in solchen Marktphasen sehen wir die attraktivsten Opportunitäten für aktive Investoren“, so Timpanaro. Für ihn und das Fondsmanagement-Team bleibt Vietnam eine der überzeugendsten Wachstumsgeschichten in Asien mit einem guten Momentum für Investoren.

Interview mit Mario Timpanaro, AQUIS Capital

„Vietnam: Vom Frontier zum Emerging Market – Renditechancen durch Marktineffizienzen“

Mario Timpanaro, Manager des Lumen Vietnam Fund, spricht über die Auswirkungen des Irankriegs auf Vietnams Wirtschaft, die Besonderheiten des Aktienmarkts und erklärt, warum dieser für aktives Management prädestiniert ist.

Herr Timpanaro, welche Auswirkungen haben der Irankrieg und die damit verbundenen Entwicklungen auf Vietnams Wirtschaft und Aktien?

Mario Timpanaro, Manager des Lumen Vietnam Fund

Mario Timpanaro: Kurzfristig bleibt Vietnam von globalen Spannungen nicht unberührt. Steigende Preise für Rohstoffe wie Öl, Gas und Dünger erhöhen den Inflationsdruck und wirken sich auf die Unsicherheit für die Konsumenten sowie auf die Margen energieintensiver Industrien aus. Auch mögliche Störungen in globalen Lieferketten können temporär die Fertigungs- und Exportsektoren belasten. Gleichzeitig ist Vietnam jedoch strukturell vergleichsweise gut positioniert. Die Energieversorgung ist breiter diversifiziert, und die Regierung verfügt über politische und fiskalische Spielräume, um gezielt gegenzusteuern.

Aus Marktsicht führen solche Phasen häufig zu erhöhter Volatilität. Für langfristig orientierte Investoren entstehen aber genau in diesen Momenten attraktive Einstiegspunkte, da die fundamentale Wachstumsstory intakt bleibt.

Was zeichnet den vietnamesischen Aktienmarkt aus?

Timpanaro: Der vietnamesische Aktienmarkt umfasst rund 1.600 kotierte Unternehmen, ist jedoch stark auf eine kleine Gruppe von Large Caps konzentriert, die eine hohe Marktkapitalisierung und Marktliquidität haben. Der Großteil der Unternehmen wird nur begrenzt von internationalen Brokern abgedeckt, mangels Sprachbarrieren oder Markliquidität.

Die Marktstruktur ist klar retail-getrieben, was regelmäßig zu Übertreibungen in einzelnen Titeln führt. Gleichzeitig werden qualitativ hochwertige, aber weniger beachtete Unternehmen – insbesondere im Small- und Mid-Cap-Bereich – kaum analysiert und sind oft unterbewertet. Die Kombination aus regulatorischen Ineffizienzen, lokaler Berichterstattung, geringer Research-Abdeckung und hoher Indexkonzentration führt zu strukturellen Ineffizienzen, die aktive Investoren auszunützen wissen. Mit Blick nach vorne erwarten wir weitere Verbesserungen in Transparenz und Marktinfrastruktur, getrieben durch Reformen und die angestrebte Heraufstufung in den FTSE und MSCI Emerging Markets Index.

Welche Vorteile hat ein aktiv gemanagter Fonds gegenüber einem Indexfonds im vietnamesischen Markt?

Timpanaro: Der vietnamesische Markt ist wie erwähnt ineffizient und weist deutliche Qualitätsunterschiede zwischen Unternehmen auf. Ein Index bildet diese Unterschiede nicht ab, er gewichtet nach Marktkapitalisierung, unabhängig von Corporate Governance, Kapitalallokation und Konzentrationsrisiken in bestimmten Sektoren, etwa in Banken oder Immobilien.

Durch unseren aktiven Ansatz können wir gezielt in Qualitätsunternehmen, auch aus dem Mittelstand, investieren. Wir können strukturelle Gewinner identifizieren und ein breit diversifiziertes Portfolio über mehrere vielversprechende Sektoren erstellen und die Risiken aktiv steuern. Gerade in einem dynamischen Markt wie Vietnam ist diese aktive Auswahl entscheidend für langfristigen Anlageerfolg.

Was ist Ihnen bei der Aktienauswahl besonders wichtig?

Timpanaro: Unser Fokus liegt klar auf der Qualität des Wachstums. Wir achten auf Unternehmen mit starken Marktpositionen, soliden Bilanzen und einer überzeugenden strategischen Ausrichtung. Ein gutes Beispiel hierfür sind Unternehmen im Bereich Industrie- und Logistikparks, die direkt von steigenden ausländischen Direktinvestitionen profitieren. Diese Firmen verfügen häufig über langfristige Mietverträge, eine hohe Visibilität der Cashflows und profitieren von strukturellem Wachstum über viele Jahre hinweg.

Ein Blick nach vorn: Was sind die größten Treiber für vietnamesische Aktien? Welche Risiken sehen Sie?

Timpanaro: In den kommenden Monaten sehen wir weiterhin ein Umfeld, das sowohl Chancen als auch Risiken bietet. Auf der Risikoseite stehen anhaltende geopolitische Spannungen, eine mögliche Abschwächung der globalen Nachfrage sowie Inflationsdruck. Gleichzeitig bleiben die zentralen Wachstumstreiber intakt: steigende ausländische Direktinvestitionen, umfangreiche Infrastrukturprojekte zur Erhöhung der Produktivität, eine wachsende Mittelschicht, die dem Binnenmarkt starke Impulse verleiht. Und nicht zuletzt die Hochstufung Vietnams in den Emerging-Market-Status.

Fondsporträt Lumen Vietnam Fund

Vietnams wachstumsstarker Mittelstand im Fokus

Bei AQUIS Capital analysiert ein lokales Analysten-Team Aktien für den Lumen Vietnam Fund. Dessen gute Expertise und ein großes Netzwerk helfen, aussichtsreiche Wachstumsperlen frühzeitig zu erkennen und auch aktiv auf Marktentwicklungen zu reagieren.

Nicht nur für Touristen, auch für Anleger hat Vietnam einiges zu bieten. Der Aktienmarkt öffnet sich immer stärker für internationale Investoren, die so am wirtschaftlichen Aufstieg des Landes mit seinen 102 Millionen Einwohnern teilhaben können. Auch über Fonds lässt sich partizipieren. Der Lumen Vietnam Fund startete bereits im März 2012. Portfoliomanager Mario Timpanaro ist von Anfang an dabei und Mitinitiator des aktiv gemanagten Ucits-Fonds, der sich auf vietnamesische Aktien konzentriert.

Der in Liechtenstein aufgelegte Fonds ist unter dem Dach der Schweizer Fondsboutique AQUIS Capital angesiedelt und hat mittlerweile ein Volumen von rund 380 Millionen Euro. Dies ist dem steigenden Interesse der Investoren zur Portfoliodiversifikation in den Aktienmarkt Vietnams zu verdanken, aber auch der erfolgreichen Strategie des Fonds. Wer von Anfang an dabei war, konnte sein Investment vervierfachen. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von mehr als 10 Prozent in der Fondswährung US-Dollar (Lumen Vietnam Fund -USD-R, Stand: 31.3.2026). Währungsgesicherte Euro- und Schweizer-Franken-Varianten sind ebenfalls erhältlich.

Gut vernetztes Vor-Ort-Team

Basis fürs Erfolgsrezept ist das Vor-Ort-Team: „Es ist ein Muss, gut in Vietnam verankert zu sein“, sagt Timpanaro. Er selbst lebt in der Schweiz, ist aber mehrfach im Jahr in seiner zweiten Heimat Vietnam. „Mit der Tochtergesellschaft von AQUIS Capital, der Vietnam Holding Asset Management, haben wir ein gut ausgebildetes Team in Ho Chi Minh City, das unabhängig die börsennotierten Gesellschaften analysiert. Die Analysten sind in der Wirtschaft gut vernetzt und können auch die politische Situation sehr gut einschätzen“, so Timpanaro.

Dieses Know-how hilft dabei, die Wachstumsperlen frühzeitig zu entdecken und sich günstig zu positionieren. Zwar sind auch Large Caps im Fonds, ein Fokus liegt aber auf kleinen und mittelgroßen Firmen. Gerade hier ist eigenes Research unabdingbar und eröffnet Chancen, am starken künftigen Wachstum aussichtsreicher Geschäftsmodelle zu partizipieren.

Investiert wird in Unternehmen mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial, einer starken Wettbewerbsposition und überzeugendem Management. Auch ESG-Kriterien kommen beim Lumen Vietnam Fund zum Einsatz. Der Fokus liegt dabei auf einer gutenCorporate Governance. Timpanaro hält gerade in aufstrebenden Märkten wie Vietnam Unternehmen, bei denen Transparenz, Aktionärsrechte und ethische Geschäftspraktiken eine wichtige Rolle spielen, für widerstandsfähiger und besser auf künftige Herausforderungen vorbereitet.

Dynamische Portfolioallokation in einem volatilen Marktumfeld

Rund 100 Unternehmen schaffen es auf die Auswahlliste, im Portfolio befinden sich in der Regel 35 bis 45 Aktien. Das aktive Management ist eine Kombination aus Top-down- und Bottom-up-Ansatz und reagiert daher auch auf Marktentwicklungen. So wurde zuletzt vor dem Hintergrund der seit Ende 2025 allmählich steigenden Zinsen das Portfolio vermehrt in Sektoren investiert, die von höheren Zinsen profitieren. Die Sektoren Energie und Basiskonsum haben mehr Gewicht und die Cash-Quote wurde erhöht, wozu auch frisches Investorenkapital beigetragen hat. Ende März lag sie bei rund 12 Prozent im Vergleich zu 19 Prozent Anfang des Monats.

Diese Positionierung half, einen Teil der negativen Auswirkungen der durch den Irankrieg bedingten Marktvolatilität im März abzufedern. Zwar konnte auch der Fonds im März Verluste nicht vermeiden, hielt sich aber besser als der Vietnam All Share Index und weist im Gegensatz zum Index eine positive Performance fürs erste Quartal aus. Zudem nutzt das Management nun den Cash-Bestand, um schrittweise in Sektoren und Unternehmen zu investieren, die im Umfeld steigender Zinsen erhebliche Bewertungsabschläge verzeichnet haben, sich jedoch als widerstandsfähig gegenüber kurzfristigen Herausforderungen erweisen.

Active Asset Management

AQUIS hat als Ziel, ein führender Spezialist für “Active Asset Management” mit Schwerpunkt auf Alternative Anlagen und Emerging Asien zu sein.

Wahrung von Kundeninteresse

Wir nehmen uns Zeit, die Kundenbedürfnisse zu verstehen und diese umzusetzen. Unsere Leidenschaft für das was wir tun, übertragen wir unseren Kunden.

Nachhaltigkeit – Unser großes Anliegen

In unserem Anlageprozess sind die UNPRI Social Development Goals (SDGs) und Nachhaltigkeit (ESG) ein integrierter Teil unseres Denkens und Handeln.

Unabhängigkeit

100% unabhängig, unternehmerisch denkend, fokussiert mit einer langfristigen und maßgeschneiderten Anlagelösung für unsere Kunden. Alle unsere Mitarbeiter sind höchst motiviert und bestrebt, immer die richtige Balance zwischen Chancen und Risiko zu finden.

Quelle: https://www.private-banking-magazin.de/perle-fuers-portfolio/

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