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vom export-hub zur binnenmacht: vietnams fundamentale

Vom Export-Hub zur Binnenmacht: Vietnams fundamentale Transformation als Chance für Portfolios

​Während westliche Aktienmärkte mit Bewertungsdruck und geopolitischer Unsicherheit kämpfen, liefert der vietnamesische Markt Wachstumsraten, die anderswo kaum noch zu finden sind. Caroline Wirth, Head Business Development bei AQUIS Capital, präsentierte beim e-fundresearch.com Equity Outlook Forum 2026 in Wien, warum Vietnam für institutionelle Portfolios eine echte Diversifikationschance darstellt – und warum aktives Management hier den Unterschied macht.

Wenn Caroline Wirth über Vietnam spricht, wechselt der Ton schnell vom sachlichen Analyst-Briefing zur überzeugten Kennerin eines Marktes, den sie seit Jahren aus nächster Nähe beobachtet. Beim e-fundresearch.com Equity Outlook Forum 2026, das Ende April im Park Hyatt Vienna stattfand, präsentierte die Head Business Development von AQUIS Capital einem selektierten Kreis professioneller Investoren, warum Vietnam für Portfolios eine echte Diversifikationschance darstellt und warum aktives Management hier den Unterschied macht. Der Lumen Vietnam Fund weist über die vergangenen fünf Jahre einen CAGR von 10,4 Prozent aus und gehört damit laut Eigenangabe zu den performancestärksten UCITS-Fonds im Vietnam-Segment.

Das Herzstück der Strategie ist ein lokales Analystenteam in Ho Chi Minh City. „Wenn Sie in Vietnam die Firmen treffen, merken Sie: Die Large Caps sind darauf trainiert, investorenfreundlichen Antworten zu geben", erläuterte Wirth. „Aber schon bei Mid Caps ist es für mich auf Englisch nicht immer leicht, den Ausführungen zu folgen, und auch die Unternehmensberichte liegen nicht durchgehend auf Englisch vor. Deshalb haben wir das gesamte Analystenteam vor Ort.“ Sechs Sektoranalysten besuchen die rund sechzig Firmen im Analyseuniversum regelmäßig persönlich – ein Vorteil, der sich in der Langfristperformance widerspiegelt: Seit dem COVID-Tiefpunkt im April 2020 erzielte der Lumen Vietnam Fund eine Gesamtrendite von 237,8 Prozent – gegenüber 152,6 Prozent beim S&P 500 und 129,8 Prozent beim MSCI World im selben Zeitraum.

Ein Markt im Strukturwandel

Was Wirth besonders betonte, ist der fundamentale Charakter der aktuellen Wachstumsphase, die von der Regierung gezielt vorangetrieben wird. „Jetzt ist der Moment, wo Vietnam wirklich diese Wertschöpfungskette nach oben klettert. Weg vom exportgetriebenen Wachstum, hin zu mehr Binnenwirtschaft und eigenen Firmen, die das Wachstum vorantreiben." Der Konsumsektor steht dabei im Mittelpunkt: „In Vietnam kommen auf tausend Einwohner nur drei bis vier neu Autos pro Jahr; die meisten Menschen sind noch mit dem Motorrad unterwegs. Anders als in Thailand ist der Konsument dort noch nicht gesättigt. Die Nachfrage ist weiterhin hoch, und viele Menschen steigen erst jetzt in die Konsumentenschicht auf." Bei einem BIP pro Kopf von rund 5.000 US-Dollar, das Vietnam dieses Jahr erstmal erreichend dürfte, und rund 100 Millionen Einwohnern ist das strukturelle Wachstumspotenzial entsprechend groß.

Hinzu kommen massive staatliche Infrastrukturprogramme – von Schnellbahnprojekten über Häfen bis zu erneuerbaren Energien. Wirth hob hervor, dass sich die Art der Finanzierung verändert: „Das Schöne ist, dass diese großen Infrastrukturprojekte nicht mehr wie vor zwanzig Jahren zu den Multinationales gehen, sondern zu den lokalen Firmen. Und das ist genau die Richtung, in die die Reise gehen soll."

Volatilität als Chance nutzen

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal des Lumen Vietnam Fund ist das aktive Cash-Management. Wirth schilderte konkret, wie das Team im Jahresverlauf agiert: Im Januar 2026 hatten einzelne Ölsektor-Positionen nach einer regulatorischen Reform 70 Prozent zugelegt – Gewinne, die das Team konsequent mitnahm und zunächst in Cash hielt. „Wir versuchen, die Volatilität, die der Markt bietet, auszunutzen. Wir müssen nicht investiert sein, wenn wir keine gute Idee haben." Als der Markt im März – ausgelöst durch globale Unsicherheiten – korrigierte, nutzte das Team die Einstiegsgelegenheit. Mit einem Monatsverlust von 6,5 Prozent hielt sich der Fonds dabei deutlich besser als die meisten Vergleichsmärkte, etwa der KOSPI mit minus 23,2 Prozent oder der MSCI Emerging Markets mit minus 13,3 Prozent.

„Vietnam fällt immer sehr stark in Sympathie, wenn irgendwo auf der Welt eine Krise ausbricht. Aber er erholt sich dann eigentlich auch immer sehr schnell wieder – und deswegen ist eine Krise oft ein guter Einstiegspunkt", so Wirth.

Das FTSE-Upgrade: Katalysator für mehr Kapitalzuflüsse

Ein Thema, das bei Investoren besonderes Interesse weckte: Vietnams Hochstufung durch FTSE Russell auf den Status eines Secondary Emerging Market, wirksam ab September 2026. Wirth ordnete dies nüchtern ein: „Das ist für mich persönlich immer so der Zuckerguss auf dem Kuchen." Mittelfristig dürfte die Aufnahme in MSCI-Emerging-Markets-Indizes folgen.

Für Investoren, die nach echter Diversifikation suchen, liefert der Lumen Vietnam Fund ein selten gewordenes Angebot: fundamentales Wachstum, geringe Korrelation zu etablierten Märkten (0,34 gegenüber MSCI World und S&P 500) und ein aktives Management-Team, das vor Ort den Unterschied macht.

Quelle: https://e-fundresearch.com/managers/artikel/59229-vom-export-hub-zur-binnenmacht-vietnams-fundamentale-transformation-als-chance-fuer-portfolios?preview=true

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