Hedgefonds sind zurück – warum gerade jetzt? Das Argument für die Anlageklasse und den Multi-Manager-Ansatz
Einleitung
Zwei Fragen stehen hinter nahezu jeder Allokation in Hedgefonds. Die erste lautet, ob Hedgefonds überhaupt einen Platz im Portfolio verdienen. Die zweite, die sich unmittelbar daran anschließt, ist die Frage nach dem Zugang: direkt oder über ein diversifiziertes Portfolio, das von einem spezialisierten Fund of Hedge Funds aufgebaut und verwaltet wird. Die Antworten hängen miteinander zusammen, sind aber nicht identisch. Das Argument für Hedgefonds hängt weitgehend vom Marktumfeld ab. Das Argument für einen Fund of Hedge Funds konzentriert sich darauf, was erforderlich ist, um dieses Chancenuniversum in einen wiederholbaren Ertragsstrom zu überführen.
Kernaussagen
Teil I: Warum jetzt in Hedgefonds investieren?
- Ein günstiges Marktumfeld für aktives Management: Normalisierte Zinsen, hohe Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen, eine größere Streuung der Renditen und erhöhte Volatilität haben über verschiedene Anlageklassen hinweg ein günstigeres Marktumfeld für aktives Management geschaffen.
- Ein fragmentierter Markt unter robusten Indizes: Die Renditen der führenden Aktienindizes bleiben auf eine kleine Zahl von Mega-Cap-Unternehmen konzentriert, während sich die Performanceunterschiede zwischen Unternehmen, Sektoren und Subindustrien ausweiten und damit Chancen für eine Vielzahl von Strategien schaffen.
- Eine messbare Verbesserung der Hedgefonds-Performance: Hedgefonds erzielten 2025 eine durchschnittliche Rendite von 11,2 %, wobei sämtliche Strategien positiv beitrugen und gleichzeitig eine geringere Korrelation mit den Aktienmärkten sowie begrenzte Drawdowns aufwiesen. Entsprechend haben auch die Nachfrage seitens der Investoren und die Mittelzuflüsse zugenommen.
- Liquidität hat wieder an Wert gewonnen: Innerhalb der Private Markets wird Liquidität zu einem zunehmend drängenden Thema. Langsamere Ausschüttungen aus Private-Market-Investments und hohe Volumina an zugesagtem, aber noch nicht investiertem Kapital schränken die Fähigkeit der Investoren ein, Kapital erneut anzulegen. Vor diesem Hintergrund ist die von Hedgefonds gebotene Liquidität zu einem zunehmend wichtigen Portfoliovorteil geworden.
- Eine eigenständige Rolle im Portfolio: Hedgefonds können Renditen oberhalb von Cash und Fixed Income, Diversifikation gegenüber traditionellen Anlageklassen sowie aktives Risikomanagement bieten, einschließlich der Möglichkeit, Engagements zu reduzieren oder von Marktverwerfungen zu profitieren, anstatt diese lediglich hinnehmen zu müssen.
Teil II: Warum über einen Fund of Hedge Funds investieren?
- Managerselektion und Portfoliokonstruktion: Die Auswahl der Manager ist bei Hedgefonds besonders entscheidend, da die Performanceunterschiede hier zu den größten unter den alternativen Anlageklassen zählen. Unterschiede in der Qualität der Manager, im Risikomanagement und in der Portfoliokonstruktion können selbst innerhalb derselben Strategie zu erheblich unterschiedlichen Ergebnissen führen.
- Zugang und Kapazität: Viele Hedgefondsmanager sind für neue Investoren geschlossen oder kapazitätsbeschränkt. Etablierte Beziehungen und eine nachgewiesene Historie als verlässlicher Kapitalpartner können Zugang ermöglichen; gebündeltes Kapital kann zudem helfen, hohe Mindestanlagebeträge zu erfüllen und bessere Konditionen zu sichern.
- Echte Diversifikation: Ein Fund of Hedge Funds kann die kombinierten Exposures analysieren und gezielt über Strategien, Regionen, Stile, Zeithorizonte und Liquiditätsprofile diversifizieren. Die Allokation auf mehrere Manager schafft keine echte Diversifikation, wenn sich deren zugrunde liegende Positionen überschneiden.
- Risikomanagement: Die Konsolidierung der Branche, steigende Fixkosten und eine zunehmende operative Komplexität führen dazu, dass Geschäftsstabilität, Governance, Talentbindung und operative Widerstandsfähigkeit zu zentralen Kriterien bei der Auswahl und Überwachung von Hedgefondsmanagern geworden sind.
- Die Gebührenfrage: Die zusätzliche Gebührenebene sollte auf Basis der Nettorenditen beurteilt und gegen den Wert von Managerselektion, Zugang, Diversifikation und Risikokontrolle sowie gegen die Kosten des internen Aufbaus der erforderlichen Fähigkeiten abgewogen werden.
- Fondsbetrieb und Einfachheit: Ein Fund of Hedge Funds kann Administration, Risikoüberwachung und Reporting vereinfachen. Darüber hinaus sollten Investoren einen verlässlichen Partner wählen, der vollständige Portfoliotransparenz bietet und weniger liquide Positionen klar ausweist.
Teil I – Hedgefonds sind zurück: Warum gerade jetzt?
1. Ein günstiges Marktumfeld für aktives Management
Während eines Großteils des vergangenen Jahrzehnts unterdrückte die außergewöhnlich expansive Geldpolitik die Volatilität, reduzierte die Streuung der Renditen und begünstigte passive Investments. Beta war günstig, reichlich vorhanden und nur schwer zu schlagen. Diese Phase ist definitiv vorbei. Die Zinsen haben sich normalisiert, die Volatilität liegt über dem Durchschnitt, und die Lücke zwischen den am besten und den am schlechtesten performenden Wertpapieren hat sich auf Niveaus ausgeweitet, die außerhalb von Marktstressphasen nur selten zu beobachten sind. Die Korrelationen zwischen einzelnen Aktien sind deutlich unter ihre langfristigen Durchschnittswerte gefallen: Aktien bewegen sich nicht mehr im Gleichlauf.
Diese drei Bedingungen – hohe Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen, hohe Dispersion und erhöhte Volatilität – schaffen ein günstiges Handelsumfeld für Hedgefonds. In den 2010er-Jahren waren sie weitgehend nicht gegeben, entsprechend schwer tat sich aktives Management. Heute treten sie gleichzeitig auf – und zwar nicht nur bei Aktien, sondern über sämtliche Anlageklassen hinweg, darunter Credit, Zinsen, Währungen und Rohstoffe. Gleichzeitig reagieren die Märkte wesentlich sensibler auf neue Informationen, was Manager mit großer Research-Tiefe, technologischen Fähigkeiten und der Fähigkeit, ihre Positionierung schnell anzupassen, begünstigt.
2. Unter ruhigen Indizes: ein fragmentierter Markt
Die führenden Aktienindizes steigen weiter, während sich die Zahl der Aktien, die an der Rally partizipieren, zunehmend verringert. Konzentration ist das prägende Merkmal des aktuellen KI-Investitionszyklus: Eine kleine Gruppe von Mega-Caps treibt die Indexrenditen, während der übrige Markt zunehmend auf Basis seiner eigenen Fundamentaldaten gehandelt wird. Störungen in den Lieferketten, politische Unsicherheit und Refinanzierungsdruck belasten bereits einzelne Unternehmen, obwohl kapitalisierungsgewichtete Benchmarks diese Risiken verdecken. Auch Sektordurchschnitte verbergen auf der darunterliegenden Ebene dieselbe Entwicklung, da sich die Performanceunterschiede zwischen Subindustrien deutlich ausgeweitet haben. Konzentration an der Spitze und Dispersion darunter sind zwei Seiten desselben Marktes.
Für benchmarkgebundene Investoren ist dies problematisch. Der Index selbst stellt eine zunehmend konzentrierte Positionierung dar, und im falschen Titel investiert zu sein, kann erhebliche Kosten verursachen, während die Indexentwicklung insgesamt beruhigend aussieht. Für einen Long/Short-Manager gilt das Gegenteil. Eine große Renditespanne zwischen Gewinnern und Verlierern ist der Rohstoff seines Geschäfts: Sie lässt sich auf beiden Seiten des Portfolios monetarisieren, ohne von der allgemeinen Marktrichtung abhängig zu sein.
3. Was dies für die Performance von Hedgefonds bedeutet hat
Die Trendwende ist jüngeren Datums und messbar. In den 2010er-Jahren stagnierte die Branche: annualisierte Renditen von rund 4 % p. a. bei einem Alpha von etwa 50 Basispunkten boten Investoren nur geringe Anreize für Allokationen, und zwischen 2016 und 2023 verzeichnete die Branche anhaltende Nettoabflüsse von durchschnittlich 30 Mrd. USD pro Jahr. In den vergangenen zwei Jahren hat sich dieses Bild umgekehrt. Das verwaltete Vermögen hat nach den ersten zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit zweistelligen Renditen seit der Erholung nach der Finanzkrise in den Jahren 2009 und 2010 die Marke von rund 5 Bio. USD überschritten. 2025 lag die durchschnittliche Rendite bei 11,2 %, wobei sämtliche Strategien positiv beitrugen. Die Renditen waren gegenüber Cash, Fixed Income und breiten Aktienmarktbenchmarks wettbewerbsfähig, bei gleichzeitig deutlich geringerer Korrelation mit den Aktienmärkten und niedrigeren Drawdowns. Zudem stammten sie primär aus Alpha und nicht aus Marktexposure (Barclays Strategic Consulting Team, 2026).
Die Stimmung unter den Investoren spiegelt diese Entwicklung wider. Die überwiegende Mehrheit berichtet im zweiten Jahr in Folge, dass ihre Hedgefondsportfolios die Erwartungen erfüllt oder übertroffen haben, und der Anteil der Investoren, deren Portfolios die Erwartungen übertrafen, liegt auf dem höchsten Niveau seit mehreren Jahren. Hedgefonds sind mit Blick auf das kommende Jahr erneut die gefragteste Anlageklasse, wobei ihr Vorsprung gegenüber konkurrierenden Allokationen in mehreren Branchenumfragen so groß ist wie nie zuvor. Die Mittelzuflüsse befinden sich auf dem höchsten Niveau seit fast zwei Jahrzehnten.
4. Liquidität
Während eines Großteils des vergangenen Jahrzehnts waren Investoren bereit, Kapital über längere Zeiträume zu binden, um höhere Renditen aus Private-Market-Investments zu erzielen. Dieser Trade-off ist schwieriger geworden, da Ausschüttungen zurückgegangen sind, Haltedauern länger werden und erhebliche Volumina zugesagten Kapitals weiterhin abgerufen werden können. Investoren erhalten daher möglicherweise weniger Kapital aus bestehenden Investments zurück, während sie gleichzeitig weiterhin ausstehende Verpflichtungen finanzieren müssen. Dies schränkt ihre Möglichkeiten ein, Portfolios neu auszurichten oder neue Chancen wahrzunehmen.
Infolgedessen ist Liquidität innerhalb alternativer Anlagen zunehmend wertvoll geworden. Hedgefonds bieten im Allgemeinen häufigere Möglichkeiten zur Rückgabe von Anteilen als Private-Market-Strategien und ermöglichen gleichzeitig den Zugang zu aktiv gemanagten und differenzierten Renditequellen. Dadurch erhalten Investoren größere Flexibilität, Kapitalanforderungen zu erfüllen, Portfolioexposures anzupassen und Kapital bei veränderten Marktbedingungen neu einzusetzen (Barclays Strategic Consulting Team, 2026).
5. Die Rolle von Hedgefonds im Portfolio
Im Kern besteht die Rolle von Hedgefonds innerhalb eines Portfolios darin, Zugang zu differenzierten Renditequellen zu schaffen, die weniger stark von der Richtung traditioneller Aktien- und Anleihemärkte abhängig sind. Durch die Nutzung einer breiten Palette von Strategien und Renditetreibern können Hedgefonds die Diversifikation verbessern, Portfoliokonzentrationen reduzieren und über unterschiedliche Marktumfelder hinweg zu einem widerstandsfähigeren Portfolio beitragen. Viele Strategien verfügen zudem über die Flexibilität, Risiken aktiv zu steuern und Exposures an veränderte Marktbedingungen anzupassen.
Das Chancenuniversum ist breit und derzeit uneinheitlich. Equity Long/Short profitiert von großer Bewertungsdispersion, erhöhter Volatilität einzelner Aktien und ausgeprägten Performanceunterschieden zwischen Unternehmen und Sektoren. Event-Driven-Strategien werden durch eine starke M&A-Pipeline, ein berechenbareres regulatorisches Umfeld und Governance-getriebene Katalysatoren unterstützt, insbesondere in Japan und Teilen Europas. Global Macro profitiert von divergierenden geldpolitischen Pfaden der Zentralbanken, unterschiedlichen Inflationstrends und anhaltender geopolitischer Unsicherheit. Relative Value gewinnt an Attraktivität, da die höhere Reaktivität der Märkte häufiger zu Fehlbewertungen führt; Convertible Arbitrage profitiert dabei besonders von einem hohen Emissionsvolumen und steigender Liquidität am Sekundärmarkt. Credit Long/Short bietet auf Indexebene, wo die Spreads weiterhin eng sind, weniger Potenzial, jedoch erhebliche Dispersion auf Ebene einzelner Emittenten.
Teil II – Warum über einen Fund of Hedge Funds investieren?
Während das Argument für Hedgefonds auf dem Chancenuniversum basiert, geht es beim Argument für einen Fund of Hedge Funds um die Umsetzung. Der Zugang zu differenzierten Renditequellen ist lediglich der Ausgangspunkt. Die Ergebnisse hängen letztlich von der Managerselektion, der Portfoliokonstruktion, dem Zugang und dem laufenden Risikomanagement ab. Mit zunehmender Performanceunterschiede zwischen den Managern ist auch die Differenz zwischen erfolgreichen und erfolglosen Allokationen immer bedeutender geworden.
Gleichzeitig hat sich die Hedgefondsbranche stärker konzentriert. Untersuchungen zufolge belief sich das weltweit von Hedgefonds verwaltete Vermögen Ende 2025 auf rund 5 Bio. USD, wobei etwa 88 % davon von den 579 Unternehmen verwaltet wurden, die jeweils mehr als 1 Mrd. USD betreuen. Das verwaltete Vermögen dieser Unternehmen stieg im Jahresverlauf um mehr als 19 %, was sowohl auf eine starke Performance als auch auf die fortgesetzte Konzentration des Kapitals auf eine kleinere Gruppe von Managern zurückzuführen ist (With Intelligence, 2026).
Die Konzentration von Vermögenswerten sagt jedoch nicht zwangsläufig etwas darüber aus, wo die attraktivsten Chancen entstehen. Viele interessante Strategien bleiben hoch spezialisiert, kapazitätsbeschränkt und werden bewusst unterhalb institutioneller Größenordnungen betrieben. Investoren stehen daher gleichzeitig vor mehreren Herausforderungen: qualifizierte Manager zu identifizieren, Zugang zu ihnen zu erhalten, ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen und die damit verbundenen Risiken kontinuierlich zu überwachen. Diese Herausforderungen bilden die Grundlage für den Fund-of-Hedge-Funds-Ansatz.
1. Managerselektion und Portfoliokonstruktion bestimmen die Ergebnisse
Die Performanceunterschiede zwischen den besten und den schwächsten Hedgefondsmanagern innerhalb einer einzelnen Hedgefondsstrategie sind erheblich größer als die Streuung innerhalb traditioneller Anlageklassen und noch größer als im Long-only-Aktienbereich. Die Auswahl der Manager ist einer der wichtigsten Bestimmungsfaktoren für die Portfolioergebnisse und erfordert Sourcing, vergleichende Due Diligence und kontinuierliches Monitoring durch ein Team mit einem langjährigen institutionellen Erfahrungsschatz darüber, wie sich Manager unter Stressbedingungen verhalten.
Neben der Managerselektion ist die Portfoliokonstruktion eine zentrale Quelle der Wertschöpfung. Die Art und Weise, wie Manager miteinander kombiniert, gewichtet und überwacht werden, kann ebenso wichtig sein wie die Manager selbst. Eine effektive Portfoliokonstruktion balanciert unterschiedliche Renditetreiber aus, steuert Korrelations- und Konzentrationsrisiken und passt Exposures an sich verändernde Marktbedingungen an.
2. Zugang und Kapazität
Die beständigsten Hedgefondsmanager sind häufig für neues Kapital geschlossen und öffnen sich selektiv eher gegenüber bestehenden Beziehungen als gegenüber dem breiten Markt. Zugang wird über Jahre hinweg aufgebaut – durch frühzeitige Beteiligung, Größe und Verlässlichkeit als Kapitalpartner. Gebündeltes Kapital verbessert zudem die verfügbaren Konditionen und ermöglicht Investitionen bei Managern, deren Mindestanlagebeträge für einen einzelnen Investor ansonsten prohibitiv hoch wären. Bei vielen Managern ist ein direkter Zugang für einen neuen Investor schlicht zu keinem Preis verfügbar.
3. Diversifikation, die tatsächlich und nicht nur nominell besteht
Crowding zählt heute zu den am meisten unterschätzten Risiken der Branche. Der Median-Hedgefonds hält mittlerweile einen ungewöhnlich hohen Anteil seines Long-Exposures in seinen zehn größten Positionen. Dies entspricht der höchsten jemals verzeichneten Konzentration und übertrifft die Niveaus früherer Markthochs. Wenn die Positionierung derart konzentriert ist, verlaufen Auflösungen dieser Positionen häufig schnell und ungeordnet, wie mehrere starke faktorgetriebene Drawdowns gezeigt haben.
Ein Investor, der fünf Manager hält, die letztlich dieselben zugrunde liegenden Faktoren und Exposures besitzen, hat kein diversifiziertes Portfolio aufgebaut, sondern im Ergebnis eine einzige Position. Ein Fund of Hedge Funds analysiert deshalb das aggregierte Portfolio und nicht jeden Fonds isoliert. Die zugrunde liegenden Exposures werden zusammengeführt, um tatsächliche Überschneidungen zu messen und gezielt über Strategien, Regionen, Stile, Zeithorizonte und Liquiditätsprofile zu diversifizieren.
4. Risikomanagement
Professionelles Risikomanagement geht über die anfängliche Due Diligence hinaus. Eine wirksame Überwachung erfordert ein kontinuierliches Monitoring der organisatorischen Stabilität, personeller Veränderungen, des Vermögenswachstums, möglicher Strategieabweichungen, Finanzierungsstrukturen, Kontrahentenexposures, Liquiditätsbedingungen, Governance-Entwicklungen und Beziehungen zu Dienstleistern. Die frühzeitige Identifikation entstehender Risiken kann dazu beitragen, die Auswirkungen von Marktverwerfungen, operativen Ausfällen und anderen Quellen von Tail-Risiken zu begrenzen.
Die Notwendigkeit kontinuierlicher Überwachung wird durch den Druck verstärkt, dem einzelne Hedgefonds ausgesetzt sind. Dieser Druck hat dazu geführt, dass seit Jahren mehr Fonds geschlossen als neu aufgelegt werden, während sich die Branche weiter konsolidiert. Technologie, Daten, Compliance und Risikoinfrastruktur verursachen überwiegend fixe Kosten, sodass sie bei kleineren Managern einen wesentlich größeren Anteil der Erträge beanspruchen als bei großen Anbietern. Dies erschwert es kleineren Unternehmen, die operativen Standards aufzubauen, die institutionelle Investoren vor einer Kapitalallokation erwarten. Größere Plattformen können diese Kosten auf eine breitere Vermögensbasis verteilen und erweisen sich in angespannten Marktphasen als widerstandsfähiger, was wiederum Kapital und Talente anzieht und den Zyklus weiter verstärkt. Größe allein ist jedoch keine Garantie. Jain Global startete beispielsweise 2024 mit rund 5 Mrd. USD und kündigte im April 2026 an, etwa 6 Mrd. USD an externe Investoren zurückzugeben und künftig ausschließlich für eine bekannte Multi-Strategy-Plattform zu handeln, nachdem Gründungs- und Personalkosten die erzielten Handelsgewinne zu stark belastet hatten.
Die praktische Konsequenz daraus ist, dass Geschäftsstabilität, Talentbindung und Strategieabweichungen heute neben der Performance zu den zentralen Prüfungsfragen zählen. Operational Due Diligence ist eine spezialisierte, fortlaufende Disziplin, die unter anderem Bewertungsrichtlinien, Finanzierungs- und Kontrahentenstrukturen, Governance, Dienstleister und Key-Person-Risiken abdeckt. Die meisten Investoren können dafür intern nicht ausreichende Ressourcen bereitstellen, während die Konsequenzen von Fehlern asymmetrisch sind.
5. Die Gebührenfrage
Eine zusätzliche Gebührenebene ist real und sollte offen anhand der Nettorenditen beurteilt werden. Die relevante Frage lautet, ob Managerselektion, Zugang, Diversifikation und Risikokontrolle einen Mehrwert schaffen, der die zusätzlichen Kosten übersteigt. In einem Universum, in dem die Differenz zwischen starken und schwachen Managern ungewöhnlich groß ist, die beste Kapazität tatsächlich begrenzt ist und der Ausfall eines einzelnen Managers die über Jahre erzielte Rendite zunichtemachen kann, fällt die Antwort häufiger positiv aus als in einem Markt, in dem Renditen breit verteilt sind. Der Vergleich sollte zudem die Kosten der Alternative berücksichtigen: Ein glaubwürdiges internes Programm erfordert Ressourcen für Research, Due Diligence, Recht, Risiko und operative Aufgaben, die nur wenige Investoren unterhalb einer erheblichen Größenordnung wirtschaftlich rechtfertigen können.
6. Fondsbetrieb und Einfachheit
Schließlich gibt es eine praktische Dimension. Eine einzige Allokation in einen Fund of Hedge Funds ersetzt Dutzende von Zeichnungsunterlagen, Side Letters, Kapitalabrufen, Reportingformaten und Kontrahentenbeziehungen. Risiken werden konsolidiert und innerhalb eines einheitlichen Rahmens berichtet. Das Investment Committee kann sich auf die Größe und Rolle der Allokation konzentrieren, anstatt auf deren Administration. Dadurch gewinnt die Wahl des Partners zusätzlich an Bedeutung: Externe Investoren sollten vollständige Portfoliotransparenz erwarten können, wobei weniger liquide Positionen klar ausgewiesen und nicht innerhalb der Struktur verborgen werden.
Fazit
Zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt ist das Marktumfeld strukturell auf das ausgerichtet, wofür Hedgefonds konzipiert sind. Normalisierte Zinsen, erhöhte Dispersion, makroökonomische Divergenzen und eine erneute Liquiditätsprämie sprechen für ein unterstützendes Umfeld für Hedgefondsallokationen.
Dieselben Bedingungen, die diese Chancen schaffen, vergrößern zugleich die Performanceunterschiede zwischen Managern, während sich die Branche selbst so schnell wie seit Langem nicht mehr verändert und sich zunehmend um Größe, Zugang und Spezialisierung konsolidiert. Um diese Chancen zu nutzen, sind sorgfältige Managerselektion, Zugang, echte Diversifikation und eine disziplinierte operative Überwachung erforderlich, die kontinuierlich erfolgt und nicht nur einmalig bei der Investitionsentscheidung. Genau dafür ist ein Fund of Hedge Funds konzipiert.
Über AQUIS Capital
AQUIS Capital AG ist eine in der Schweiz lizenzierte, spezialisierte Multi-Asset-Management-Boutique mit Schwerpunkt auf Hedgefonds und Emerging-Asia-Anlagen. Das Unternehmen bietet Expertise über eine Reihe von Strategien und Anlageklassen hinweg, verwaltet den Abacorum Fund, einen globalen Multi-Strategy Fund of Hedge Funds, und bietet institutionellen Investoren Beratungsmandate im Bereich Hedgefonds an. AQUIS ist bestrebt, Zugang zu attraktiven Hedgefondsopportunitäten, diversifizierten Renditequellen und effektiven Risikomanagementlösungen zu bieten. Als zu 100 % unabhängiges Unternehmen stellt AQUIS Capital kundenorientierte Lösungen in den Mittelpunkt und verfügt über ein spezialisiertes Team von Investmentexperten mit umfassender Erfahrung in den Bereichen Fund of Hedge Funds und Emerging Asia.